Wandlung - Metamorphose

Neues bedeutet immer Wandlung, Veränderung und auch loslassen. Veränderung beginnt meist im Innen und zeigt sich dann im Außen. So war es auch diesmal wieder bei mir. Die Ausbildung in schamanischen Heilweisen, die ich im Frühjahr begonnen habe, hat einen Stein ins Rollen gebracht, der schon lange bewegt werden wollte. Ich möchte meine Arbeit ausdehnen, den Menschen noch ganzheitlicher betrachten, den Körper, die Seele und den Geist.

 

So war es nur konsequent, dass sich auch im Außen ein Wandel vollzieht. Die Praxis zieht um! Mit einem weinenden Auge, aber auch in großer Vorfreude, ziehe ich mit meiner Kollegin, der Logopädin Alexandra Hack, Anfang November diesen Jahres mit unserer Praxis in den Niddaer Ortsteil Michelnau in ihr wunderschönes Haus mit großem Garten.

 

Neue Räume - neue Möglichkeiten. Es wird in der neuen Praxis noch ganzheitlicher zugehen, d.h. ich biete zusätzlich zu meinem bisher bekannten Angebot nicht nur Gesprächstherapie, energetische Arbeit und schamanische Heilweisen, sondern auch Kursangebote für kleine Gruppen an. 

 

Was bedeutet das für mich und meine eigene Entwicklung, meinen Prozess der Entfaltung? Ich werde mich zeigen, in Facetten, die so noch nicht viele von mir kennen. Das bewegt neben Freude natürlich auch gemischte Gefühle in mir. Alte Ängste tauchen auf, schließlich werde ich mich noch sichtbarer machen, noch authentischer in dem werden, was ich tue, was meine Wahrheit ist. Also dann, fangen wir doch jetzt gleich damit an, der Angst ihren Raum zu geben und sie zu Wort kommen zu lassen.

 

Wenn ich die Augen schließe und in mich gehe, kommt als erstes der Gedanke oder das Bild in mir auf, wie es wohl sein wird, wenn ich voll sichtbar bin. Mit allem, was ich kann und bin. In voller Schönheit, wie ein Schmetterling, sehe ich mich. Ich freue mich, tanze, fliege, bin stolz und glücklich, zufrieden mit dem, was ich tue und zu geben habe - und niemanden, absolut niemanden interessiert das! Im Gegenteil. Man wendet sich von mir ab, entzieht mir seine Aufmerksamkeit. Meidet mich. Bämm. Wie ein Schlag in die Magengrube. Ein schönes, heiteres Bild. Und dann die Vernichtung. Isolation.

 

Mir ist sofort klar, wo das herkommt. Ich sehe mich immer wieder als Vierjährige auf dem Treppenabsatz im Haus meiner Eltern und Großeltern, in dem die Freude fehlt. Still, isoliert, nicht wahrgenommen, nicht wirklich gesehen. Ich allein als Puffer zwischen vier Erwachsenen, die ihre Konflikte nicht lösen konnten und sie mir unbewusst aufgebürdet haben. Jeder sein eigenes Thema auf mich projizierend.  Für den einen sollte ich sollte brav sein, bloß nicht zu anstrengend. Für den anderen die Freude, die Lebendigkeit bringen, die Leichtigkeit, die irgendwie abhanden gekommen war. Oder die Liebe, die selbst nie angenommen werden konnte oder einfach niemals gegeben wurde. 

 

Wie man sich denken kann, zu viel für ein Kleinkind. Da Kinder doch auf jeden Fall und um jeden Preis geliebt werden wollen, versuchen sie, zu gefallen. Ein Drahtseilakt, bei so unterschiedlichen Bedürfnissen der Bezugspersonen. Da kann es leicht passieren, dass sich eine kleine Seele verzettelt und sich selbst vergisst, verleugnet, oder denkt, mit ihr sei etwas nicht in Ordnung. Wo doch alles andere scheinbar in Ordnung ist, bei einer ganz normalen Kindheit, in einem ganz normalen Leben. So habe ich es viele Jahre unbewusst getragen, das Trauma einer ganz normalen Kindheit. Mit all ihren unbewussten Glaubenssätzen und Ängsten. Großen und Kleinen. Und irgendwann habe ich angefangen, sie auszupacken, Schicht für Schicht, wie bei einer Zwiebel. Und anzuschauen. Und zu verstehen, woher sie kommen und was sie mit mir machen. Heute bin ich gut darin, eine Angst schnell zu erkennen, zu entlarven und ihr auf den Grund zu gehen. Und doch gibt es immer wieder Neue zu entdecken und noch eine Schicht tiefer zu gehen.

 

Die Ereignisse in meinem Leben im letzten Jahr haben mir eine sehr tief sitzende Angst offenbart. Die Angst vor Ohnmacht. Ohnmacht bedeutet für mich, dass ich nichts ändern kann. Wenn niemand damit umgehen kann, mit meiner Wahrheit. Wenn es allen zu anstrengend ist, wirklich hinzuschauen. Wenn ich allen mit meinen Ansichten zu unbequem bin. Wenn ich ausspreche, was ich denke. Wenn sich alle von mir abwenden, und ich allein und hilflos bin.

 

Um dieses Gefühl von Ohnmacht um jeden Preis zu vermeiden, habe ich von klein auf gelernt, klar zu kommen. Mich anzupassen, wieder aufzustehen, weiterzumachen. Stark zu sein, mich nicht unterkriegen zu lassen, zu kämpfen. Und dabei das zu tun, was andere, auch die Patienten, von mir wollen. Ihnen den Rücken zu stärken, sie zu massieren. Denn ich habe ja genügend Kraft, um für andere da zu sein. Und dafür auch noch die Verantwortung zu übernehmen, weil die meisten Patienten sie mit der Türklinke eines Therapeuten in der Hand an diesen abgeben.

 

Kann man machen, tut ja auch gut, ist auch manchmal, wenn man akut am Boden liegt und keine Kraft mehr hat, das Einzige, was noch geht. Aber wirklich tiefgreifende Heilung braucht oft mehr. Selbstverantwortung, Eigeninitiative, Wahrhaftigkeit, zum Beispiel. Oft merke ich, dass ich bereits auf Widerstand stoße, wenn ich 2-3 Gymnastikübungen als Hausaufgabe aufgebe. Da bin ich schon wieder unbequem, zu anstrengend. Oder vorschlage, etwas an der Ernährung zu ändern. Oder am Stress. Aber Leute, wer soll es denn machen, wenn nicht ihr selbst!  Achtung, Spoiler! Hier kommt die harte Wahrheit: Es kommt kein Retter vorbei, der euch aus dem Dreck zieht. Nope. Ups, da mache ich mich schon wieder unbeliebt. So sei es. Ab durch die Angst.

 

Also ist es vermutlich meine größte Angst, dass alles kämpfen und wieder aufstehen zu nichts führt, und ich niemals wirklich gesehen werde, mit dem, was ich bin, weil dass schließlich niemand sehen möchte. Ohnmacht. Brauche ich sie noch, diese Angst? Nein. Ich habe vor wenigen Wochen schon mal innerlich kapituliert. Ich habe einfach aufgehört, zu kämpfen. Mich innerlich ergeben, ein Statement gesetzt. Nur für mich. Es nur einmal ausgesprochen, dann in aller Klarheit formuliert und aufgeschrieben. Also gut, ich ergebe mich. Ich gebe die Arena frei für das Nichts, den Fall ins Bodenlose. Nicht wissend, wie es weitergeht, einfach annehmen des Nichts. Schon am nächsten Tag kam es zu einer überraschend einfachen neuen Perspektive und der Umzug meiner Praxis hat sich ergeben. Das sehe ich als Chance, meine neue Vision in neuen Räumen leichter umzusetzen. Ein klarer Cut.

 

Also danke ich dieser Angst vor Ohnmacht, sie hat mich kämpfen und wieder aufstehen gelehrt. Und ich erlaube ihr, zu gehen oder zu bleiben. Es ist gleichgültig. Sie kann ein Teil von mir bleiben, ich erkenne sie jetzt und würdige sie. Sie hat mir gut gedient und mich an diesen Punkt meines Weges gebracht. Sie hat mich stark gemacht. Stark genug, den Kokon zu sprengen und zu fliegen. Und sie hat mich gelehrt, dass der einzig wirklich wichtige Grund zu tanzen und zu fliegen, die Freude ist. Die Freude an mir selbst und am Leben. Und dass ich damit ein Stück Freude in die Welt bringe, auch wenn niemand zuschaut.

 

Und deshalb habe ich auch beschlossen, diesen großen Schritt hier und jetzt auf meiner Homepage zu machen. Ich zeige mich in meiner Wandlung, auch mit meiner Angst an meiner Seite. In mir ist während des letzten Jahres sehr viel herangereift. Der Schmetterling windet sich aus seinem Kokon. Deshalb habe ich in den letzten Wochen angefangen, meine Texte und das Design der Homepage zu überarbeiten. Ich habe viel Neues gelernt und tief begriffen, und das werde ich nun nach und nach auf meiner Homepage und natürlich in meinem Behandlungskonzept umsetzen, damit beim Umzug der Praxis gemeinsam mit dem Alten auch das Neue Einzug halten kann.

 

Ich habe noch dieses Jahr und auch bis weit ins nächste Jahr hinein schon einige spannende Fortbildungen geplant, damit das Neue weiter genährt wird und wachsen kann. Meine Homepage wird immer mehr zu meinem Spiegel werden, der meinen Prozess der Wandlung nach Außen transportiert und sichtbar macht. Sie wird nie “fertig” sein, sie darf wachsen und sich verändern, genau wie ich. Hier werde ich sichtbar, in jeder einzelnen Facette und auch im Prozess meiner Entpuppung, Entlarvung und Entfaltung. Nicht nur ein großer Schritt, sondern eine richtige Metamorphose. Weil es so schön authentisch ist. Und weil es anderen Mut machen soll, sich ebenfalls zu zeigen, sich zu öffnen, den Kokon zu sprengen und endlich zu dem wunderschönen Schmetterling zu werden, der in jeder Raupe steckt. 

 

Vielleicht fühlst du dich ja angesprochen. Vielleicht möchtest du, anstatt weiter zu kriechen, endlich deine Flügel entfalten und fliegen. Dabei kann ich dir helfen. Du bist herzlich eingeladen, mich zu einem kurzen, kostenlosen telefonischen Kennenlerngespräch zu kontaktieren, um herauszufinden, ob die Chemie zwischen uns stimmt, und wir diese Reise gemeinsam antreten wollen.